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04. März 2024

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Anleger setzen auf Ende der Zinserhöhungen

Anleger setzen auf Ende der Zinserhöhungen© pexels/vlada karpovich

In den USA steigert sich das Volumen bei Börsengängen. In China und Europa schwächelt der Markt noch. Tech-Companies und Nachhaltigkeit im Fokus der Investoren und die setzen auf mittelfristigen Stop der Zinserhöhungen von US-Fed und EZB.

(red/cc) Im dritten Quartal 2023 gingen weltweit 350 Unternehmen an die Börse. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahresquartal (371). Das Emissionsvolumen schrumpfte um 27 Prozent auf 38 Milliarden US-Dollar. Runtergebrochen war die Entwicklung in den großen Wirtschaftsräumen uneinheitlich: Die USA verzeichneten 33 Initial Public Offerings (IPOs), was mit einem Emissionsvolumen von 8,6 Milliarden US-Dollar (2,5 Milliarden in Q3/22) ein Plus von 14 Prozent ergibt. Das sind Ergebnisse des aktuellen IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

Anleger setzen auf mittelfristiges Ende der Zinserhöhungen der Zentralbanken
China erreichte vergleichsweise nur 105 IPOs mit einem Emissionsvolumen von 17 Milliarden und das macht ein Minus von 33 Prozent. An den europäischen Börsen ließen sich insgesamt 40 Unternehmen listen mit einem Emissionsvolumen von rund 5,5 Milliarden US-Dollar. Bei der Anzahl ergibt das ein Minus von fünf Prozent und beim Volumen macht das ein Minus von satten 53 Prozent.

Vom weltweiten Emissionsvolumen im dritten Quartal 2023 von 38 Milliarden US-Dollar entfielen rund 40 Prozent auf den Technologie-Sektor. Mit dem Listing des britischen Technologie-Unternehmens Arm Holding und dem Emissionsvolumen von 5,2 Milliarden US-Dollar gab es im abgelaufenen Quartal den größten Börsengang des Jahres in den USA. Mit Schott und Nucera im dritten Quartal waren zwei deutsche Unternehmen die zweit- und drittgrößten Börsengänger in Europa. Im weltweiten Ranking belegen diese beiden Transaktionen die Plätze sechs und neun.

Anleger setzen auf mittelfristiges Ende der Zinserhöhungen der Zentralbanken
„Das IPO-Sentiment hat sich im dritten Quartal im Vergleich zum ersten Halbjahr verbessert. Treiber waren vor allem die zurückgehende Volatilität, erholte Bewertungsniveaus und das sich abzeichnende Ende des Zinserhöhungszyklus von EZB und Fed“, sagte Stefan Uher, Leiter der Wirtschaftsprüfung bei EY. „Trotz bleibender Unsicherheiten haben Anleger mehr Vertrauen in die Robustheit der Aktienmärkte und investieren wieder in qualitativ hochwertige IPOs mit einer überzeugenden Equity Story, wo nachhaltige Geschäftsmodelle und Wertsteigerungspotenzial im Fokus stehen“, ergänzt Uher.

In Österreich gab es mit der EuroTeleSites AG gab es kürzlich trotz herausfordernder Rahmenbedingungen das zweite Listing im Top-Segment prime market. Ein starkes Wachstum verbucht der Anleihenbereich und das gilt auch im Bereich der nachhaltigen Anleihen. Das diesbezügliche Vienna ESG Segment für an internationalen Standards ausgerichtete nachhaltige Anleihen überschritt erstmals die Marke von 100. „Emittenten haben hier insgesamt über 20 Milliarden Euro an Finanzierungen aufgenommen, welche der nachhaltigen Transformation zugutekommen“, so EY in einer Aussendung.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 10.10.2023